19. Juni 2017

Neues Open Access-Buch „Mapping Ecosystem Services“


von Benjamin Burkhard

Die räumliche Erfassung und Bewertung von Ökosystemleistungen ist ein zentrales Thema derzeitiger Forschungen, vielzähliger Projekte sowie Politikinitiativen. Vielfältige Methoden sind hierzu entwickelt und in der Praxis angewendet worden. Das im März 2017 erschienene Textbuch vermittelt in 8 Kapiteln auf 376 Seiten das notwendige Hintergrundwissen, zahlreiche Methoden sowie praktische Anwendungen dieses komplexen Themas in kurzen, prägnanten und reich bebilderten Kapiteln. Neben Anwenderinnen und Anwendern aus der Wissenschaft, Praxis, Politik- und Entscheidungsfindung, Studierenden ist das Thema insbesondere relevant für die ESP-DE Arbeitsgruppe Erfassen und Bewerten, die sich unter anderem mit der Umsetzung der Maßnahme 5 des 2. Zieles der EU Biodiversitätsstrategie (MAES-DE Community of Practice) beschäftigt. Die Herausgeber Benjamin Burkhard (Leibniz Universität Hannover) und Joachim Maes (JRC Ispra) sind seit Jahren aktiv mit flächenhaften Erfassungen und Bewertungen von Ökosystemleistungen beschäftigt und leiten u.a. die thematische Arbeitsgruppe Mapping Ecosystem Services in der ESP international. Die einzelnen Beiträge des Buches sind von vielen verschiedenen ...

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12. Juni 2017

Zurück zur Natur! Oder etwa doch nicht? Städter und ihr Wald am Beispiel von Berlin


von Dagmar Haase und Neele Larondelle

Wald in der Stadt? Stadtwald? Als Ort der Erholung für Urbaniten? Ja! Eine aktuelle Studie zum Berliner Grunewald bestätigt genau das. Wald ist wichtig und erfüllt eine ganze Reihe von Ökosystemdienstleistungen für den stressgeplagten Städter. So steht es in der Literatur zu urbanen Ökosystemen und der zu Ökosystemleistungen. Und: das sagen auch die Berliner, zumindest diejenigen, welche bei der Befragung im Grunewald, einem 3000 Hektar großen innerstädtischen zusammenhängendem Waldgebiet, letztes Jahr teilgenommen haben. [caption id="attachment_1935" align="aligncenter" width="800"] Der Grunewald in Berlin und die Standorte der Befragung. Copyright: Neele Larondelle und Dagmar Haase[/caption] Was schätzen die Stadtbewohner nun am Grunewald? Welche Natur suchen die Waldbesucher im Grunewald und was sind die Ökosystemdienstleistungen, welche sie besonders schätzen? Sie gehen dort spazieren und den Hund ausführen, nutzen die Lichtungen und Gewässer für ein Picknick und als Spiel- und Liegefläche und genießen die Stille der Natur. Oder den Vogelgesang. Manche nutzen den Grunewald allerdings ...

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6. Juni 2017

Ökonomische Methoden für Nationale Ökosystemleistungsbilanzen


von Nils Droste

Gegenwärtig werden die Standards für die Bilanzierung von Ökosystemleistungen (ÖSL) für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungssysteme (VGR) entwickelt und ausprobiert. Das aktuelle Experimentelle Rahmenwerk für Ökosystemleistungsrechnungswesen (EEA) ist dafür der wesentliche Referenzpunkt. Auch wenn es ein trockenes Thema sein mag, hat das ganze dennoch eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Das erklärte Ziel dieser Bilanzierungsregelwerke ist es Informationen für eine nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen für politische Entscheidungen bereit zu stellen (vgl. § 1.3 im EEA). Im Rahmen der von der EU-Biodiversitätsstrategie geforderten Erhebung von ÖSL (siehe Ziel 2, Maßnahme 5) werden in Europa gerade entsprechende Nationale ÖSL-Erhebungen (NEA) entwickelt. Durch die bereitgestellten Informationen soll der Zusammenhang zwischen konventioneller wirtschaftlicher Entwicklung (bspw. gemessen am Bruttoinlandsprodukt - BIP) und der Entwicklung von Naturkapital (bspw. dem Bestand und den Leistungen von Ökosystemen) analysiert werden können. Es geht also letztlich darum, erkennen zu können, ob Wirtschaftswachstum zu Lasten der Natur geht. Daraus sollen dann Stragien abgeleitet werden können, die ...

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29. Mai 2017

Wie viel ist den Menschen die Langeooger Dünenlandschaft wert?


von Johanna von Grigorcea und Tanja Pfeifle

Im Rahmen eines Studenten-Projekts an der Universität Oldenburg führten wir eine monetäre Bewertung der Ökosystemleistungen der Dünenlandschaft auf der ostfriesischen Insel Langeoog mittels einer Zahlungsbereitschaftsanalyse durch. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Zahlungsbereitschaft über dem notwendigen Finanzierungsbedarf liegt. Die 20,3 km langen Langeooger Schutzdünen stellen im Wesentlichen drei Ökosystemleistungen bereit. Als Regulierungsleistung ist der natürliche Schutz der Küste vor Sturmfluten und Erosion zu nennen, wodurch der Bestand der Insel gesichert wird. Außerdem bieten die Dünen für verschiedene Tier- und Pflanzenarten Lebensraum (Habitat für Flora und Fauna) und mit ihrem besonderen Landschaftsbild stellen sie für die 1.750 Inselbewohner sowie die jährlichen 144.172 Tages- und 213.741 Übernachtungsgäste (im Jahr 2015) einen bedeutenden Erholungsraum (kulturelle Leistung) dar. Das Land Niedersachsen muss für den Erhalt der Dünen, welche insbesondere durch Sturmfluten regelmäßig beschädigt werden, hohe Summen öffentlicher Gelder aufwenden. Die Investitionen lagen zwischen 2005 und 2015 im Durchschnitt bei 1.164.546 € jährlich. Mit unserer Untersuchung ...

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22. Mai 2017

Landwirtschaft und Artenschutz: Studie zu Wechselwirkungen zwischen Ökosystemeigenschaften und Landnutzung schafft Klarheit


von Miguel Cebrián-Piqueras

[caption id="attachment_1864" align="aligncenter" width="800"] Interaktionen zwischen Landnutzung und Ökosystemeigenschaften erklären Konflikten und Synergien zwischen Ökosystemleistungen wie Futterproduktion und Artenerhaltung, die Abbildung zeigt die Ergebnisse eines einzigen Modells, das in 4 Graphen unterteilt ist, extrahiert aus Cebrián-Piqueras et al., 2017."[/caption] Während der Anfangsphase des COMTESS Projektes wurde die Aufgabe übernommen herauszufinden, welche Umweltvariablen (Triebkräfte der Veränderungen in einem Ökosystem) einen Einfluss auf verschiedene vegetationsbasierte Eigenschaften und Dienstleistungen haben, die im Zusammenhang mit Nahrungsmittelproduktion und dem Naturschutzwert eines Lebensraumes stehen. Die Studie wurde in einer von küstennahem gemäßigtem Grünland geprägten Landschaft in Norddeutschland, in der ostfriesischen Gemeinde Krummhörn und der Stadt Emden, durchgeführt. Welche Eigenschaften können endgültigen Dienstleistungen zugeordnet werden? Welche Konflikte gibt es zwischen einzelnen oder Gruppen von Eigenschaften und Dienstleistungen? Besteht immer ein negativer Zusammenhang zwischen Lebensmittelproduktion und Schutz von Arten und Lebensräumen? Wie sieht die Beziehung zwischen dem Kohlenstoffbestand im Boden und anderen Ökosystemeigenschaften und –dienstleistungen aus? Und welche ...

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15. Mai 2017

Anwendung des Ökosystemleistungskonzeptes für Klimaschutz in Deutschland


von Sophie Schuppe (geb. Schetke) und Sven Lautenbach

Im Rahmen des OPERAs-Forschungsprojektes haben Sophie Schuppe (geb. Schetke), Heera Lee, Sven Lautenbach und Wanda Graf von der Universität Bonn untersucht, welche Rolle Ökosystemleistungen (ÖSL) im Bereich Klimaschutz auf unterschiedlichen Planungsebenen in Deutschland haben. Klimaschutzgesetze auf Ebene der Bundesländer, kommunale Klimaschutzkonzepte auf der örtlichen Ebene sowie die Klimaschutznovelle des Baugesetzbuches aus dem Jahr 2011 waren Gegenstand der Analysen. Bislang weist die ÖSL-Forschung einen starken Bezug zur Landschaftsplanung auf, was in wissenschaftlichen Publikationen der letzten Jahre deutlich herausgestellt wurde. Wie die Studie am Beispiel Klimaschutz und Bauleitplanung als Gesamtplanung zeigt, sollte die Bedeutung anderer Fachplanungen für die ÖSL-Forschung nicht unterschätzt werden. Auf Ebene der Bundesländer und den analysierten Klimaschutzgesetzen nahmen dabei abiotische ÖSL - wie z.B. die Bereitstellung von Solar- oder Windenergie - einen besonderen Stellenwert ein. Die Autoren schlagen vor, diese abiotischen ÖSL gemeinsam mit relevanten biotischen ÖSL - wie z.B. der Bereitstellung von Biomasse –als REES (renewable ecosystem servcies ...

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8. Mai 2017

Nachhaltigkeitsbewertung von Niedermoorszenarien: Ein Abgleich des Angebots der Landnutzung mit der gesellschaftlichen Nachfrage


von Till Hermanns

Die integrative und räumlich explizite Nachhaltigkeitsbewertung von Landnutzungsszenarien auf der regionalen Ebene ist mit vielen konzeptionellen und methodischen Herausforderungen bei der Folgenabschätzung der Nachhaltigkeitswirkung der Szenarien und der Regionalisierung von Nachhaltigkeitszielen konfrontiert. Diese Herausforderungen sind bspw. die Integration von quantitativen und qualitativen Informationen in einen Bewertungsansatz sowie die sich ständig verändernde gesellschaftliche Landnutzungsnachfrage und normative Werte auf verschiedenen Governance-Ebenen und daraus resultierende Landnutzungskonflikte. In dem Artikel zu „Sustainability impact assessment of peatland-use scenarios: Confronting land use supply with demand“ haben wir versucht diese Herausforderungen zu operationalisieren. Um in einer Fallstudie zur Nachhaltigkeitsbewertung von Niedermoorszenarien in Nordostdeutschland die Folgen von Landnutzungsszenarien auf das regional-spezifische Angebot von Funktionen und Services der Landnutzung mit der jeweiligen gesellschaftlichen Nachfrage abzugleichen, haben wir einen analytischen Rahmen weiterentwickelt. Zur Operationalisierung des Angebots an ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktionen und Services der Landnutzung, haben wir das Konzept der Landnutzungsfunktionen angepasst. Dieses Konzept basiert auf den Ökosystemleistungen und ...

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2. Mai 2017

Ökosystemleistungen dekantiert: Weinbaugebiete als multifunktionale Landschaften


von Klara Winkler

Der Ökosystemleistungsansatz hilft die vielen unterschiedlichen Leistungen von verschiedenen Ökosystemen und unterschiedlichen Landnutzungsarten zu erkennen. In der Wissenschaft wird auch von der Multifunktionalität der Landschaft gesprochen: also dass die Landschaft eine Vielzahl von Funktionen haben kann. Wenn wir normalerweise Felder oder andere landwirtschaftlich genutzte Flächen sehen, denken wir meistens an die Produkte, die wir auf Märkten und im Supermarkt kaufen können: Weizenmehl dank der Getreidefelder, Äpfel und Birnen von Obstbaumwiesen und Spargel und Erdbeeren von Feldern. Jedoch sind diese Landschaften noch für weitere Leistungen verantwortlich, von denen wir Menschen direkt oder indirekt profitieren: die Böden speichern Kohlenstoff ab und tragen somit zur Verminderung von klimatischen Veränderungen bei; die Landschaften bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen und wir Menschen können Ruhe und Entspannung in der Landschaft finden. Ebenso, ist es in Weinbauregionen: Auf den ersten Blick sind die Reben in erster Linie für die Weinproduktion da. Jedoch konnten ...

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24. April 2017

Passen Ökosystemleistungen und Nachhaltigkeit zusammen?


von Matthias Schröter

Das Konzept Ökosystemleistungen hat seinen Ursprung im Naturschutz. Es ging Biologen darum deutlich zu machen, welchen Wert Biodiversität dem Menschen liefert, sowohl in direkt genutzten als auch in ungenutzten Gebieten. Im Laufe der Jahre sind immer verschiedenere Formen der Naturnutzung unter dem Begriff Ökosystemleistungen zusammengefasst worden, ohne dass besonders auf den Naturschutzgedanken geachtet wurde. Beispiele sind Braunkohle, intensive Tierhaltung und Ackerbau oder der Abbau von Torf. Auch Ökotourismus kann negative Folgen auf Ökosysteme haben. Ein mehr an solchen Ökosystemleistungen ist daher nicht automatisch positiv zu bewerten. Wir haben uns deshalb gefragt, wie Ökosystemleistungen mit einer anderen, alten Idee zusammenpasst: Nachhaltigkeit, also die Gerechtigkeit innerhalb ökologischer Grenzen auf lange Sicht. In einem nun erschienenen Artikel (Schröter et al. 2017, Ecosystem Services) diskutieren wir sieben Wege, die bei der Erfassung und beim Management von Ökosystemleistungen berücksichtigt werden sollten, wenn Nachhaltigkeit als Oberziel betrachtet wird. Die sieben Strategien sind: Gerechte intergenerationale Verteilung: hierfür ...

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18. April 2017

Die Bewertung von Ökosystemdienstleistungen im Meeres- und Küstenbereich erfordert interdisziplinäre Teams


von Tobias Börger

Als Reaktion auf den stetig zunehmenden Bedarf, Umweltschutzmaβnahmen im Küsten- und Meeresbereich vor ihrer Einführung einer Kosten-Nutzen-Analyse zu unterziehen, steigt auch die Nachfrage nach ökonomischen Umweltbewertungsstudien. Dies ist z.B. für Maβnahmen der Fall, die unter der Meeresstrategierahmenrichtlinie der EU oder im Rahmen nationaler Meeresplanungsverfahren durchgeführt werden. Da jedoch viele der Auswirkungen von Umweltschutzmaβnahmen, wie beispielsweise der Schutz gewisser Tierarten oder die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen, aus Sicht der Bevölkerung Wohlfahrtsgewinne generieren, die nicht in Märkten gehandelt werden und somit keine Preise haben, müssen alternative Methoden zur Bewertung dieser Maβnahmen verwendet werden. Von Umweltökonomen bereits seit Jahrzehnten angewandt und methodisch verfeinert, erfahren vor allem umfragegestützte Ansätze, namentlich die Kontingente Evaluierungsmethode und sogenannte Choice Experiments, mittlerweile auch in der Meeres- und Küstenforschung verstärkt Anwendung. Dabei wird eine repräsentative Stichprobe von Bürgern zu einem Meeres- oder Umweltschutzthema befragt. Teil der Befragung ist die Vorstellung einer konkreten Umweltschutzmaβnahme mitsamt einem Hinweis darauf, wie deren Umsetzung ...

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  • webmaster bei Blog zum...

    Informatives Video! Schön gemacht!...

  • webmaster bei Warum ein...

    Freut mich, dass es gefällt! Viel Spaß beim Bloggen!...

  • Thea Kniehl bei Warum ein...

    Ich freue mich, dass ich als eine der Ersten diesen Blog von...

  • Matthias Schröter bei Warum ein...

    Schön, dass es jetzt einen deutschsprachigen Blog zu ÖSL g...