10. September 2018

Unerreichbar nah – Barrieren in der Erreichbarkeit urbaner Grünflächen


von Dagmar Haase, Katharina Lampe und Manuel Wolff

Grünflächen in der Stadt sind wichtige, manchmal die einzigen Erholungsmöglichkeiten für Stadtbewohner, gerade an heißen Sommertagen, das hat uns der Sommer 2018 eindrucksvoll gezeigt. Die Erholungsleistungen von Parks oder Gärten zum Beispiel sind in erster Linie abhängig von deren Größe, dem Baumbestand und der Verschattung, der Diversität und dem Design aber eben auch von ihrer Zugänglichkeit. Ist der Park oder der Garten gut erreichbar für große Teile der Bevölkerung, zum Beispiel mit öffentlichen Verkehrsmitteln und in vertretbarer Zeit (etwa bis zu 30 Minuten)? Dieser Frage widmet sich schon eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Artikeln; es werden Distanzen ermittelt vom Wohnort zur Grünfläche als auch die Diversität des Grüns bewertet mit verschiedenen multikriteriellen Modellen.

Was eher selten betrachtet wird sind Barrieren des Zugangs zu Grünflächen, die an sich öffentlich und für jeden erreichbar sind. So weisen zum Beispiel die mit Pufferanalysen gerechneten als auch der Manhattan-Metrik folgenden Erreichbarkeitsmodelle eines Geographischen Informationssystems die Umgrenzung einer jeweiligen Grünfläche als „erreichbar“ aus, obwohl diese Umgrenzung tatsächlich nicht zugänglich ist bzw. eine Barriere darstellt wie etwa ein Zaun, ein Fluß oder Gebäudeverbände. Daher ist die Betrachtung von Barrieren in und auf öffentlichen Grünflächen ein ganz wichtiges und bisher wenig beachtetes Thema im Bereich der kulturellen und regulat

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8. August 2018

Informationsgehalt von globalen Ökosystemleistungs-Datenbanken und deren Eignung für Entscheidungsempfehlungen


von Stefan Schmidt

Konzepte bestimmen wie wir die Welt wahrnehmen und gestalten. Das Konzept der Ökosystemleistungen (ÖSL) ist ein integrativer Ansatz, der hilft die Zusammenhänge zwischen Natur und menschlichem Wohlergehen besser zu verstehen, mit dem Ziel nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Die Einbeziehung von ÖSL-Informationen in die Entscheidungsfindung (Mainstreaming) ist jedoch ein langfristiges Projekt und erfordert die erfolgreiche Überwindung einer Reihe von Hindernissen. Ein Hindernis für ein umfassendes Mainstreaming von ÖSL ist das Fehlen von Standards, die Terminologie, akzeptable Daten und Methoden sowie Erfordernisse für die Berichterstattung zum Austausch konsistenter Informationen über ÖSL definieren. Mit der wachsenden Popularität des ÖSL-Konzepts in einer Zeit wissensorientierter Sichtweisen und verstärkter globaler Vernetzung führte eine zunehmende Verbreitung von Terminologien, konzeptionellen Vorstellungen, Methoden und Datensätzen zu inkonsistenten Informationen und Verwirrung darüber, was Ansätze guter Praxis ausmacht. In den letzten Jahren wurden verschiedene Ansätze des Wissensmanagement entwickelt, um den Zugang zu ÖSL-Informationen zu erleichtern und Standardisierungsprozesse anzukurbeln. Einen Ansatz im Bereich Wissensmanagement stellen Datenbanken dar. In Datenbanken können große Mengen an Information von ÖSL-Studien oder Projekten i

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10. Juli 2018

Erfassung und Bewertung von Ökosystemleistungen in Europas Überseegebieten


von Ina Sieber

Die EU-Biodiversitätsstrategie, besonders Maßnahme 5 des zweiten Zieles, beinhaltet die Vorgaben für Europas Mitgliedsstaaten, bis 2014 ihre Ökosystemleistungen (ÖSL) zu kartieren, zu bewerten und bis 2020 den ökonomischen Wert dieser Leistungen zu prüfen (MAES Initiative). Weiterhin sollen diese in nationale Berichterstattungs- und Rechnungslegungssysteme einbezogen werden. Die Leibniz Universität Hannover koordiniert das EU Verbundprojekt ESMERALDA[1] (Enhancing ecoSysteM sERvices mApping for poLicy and Decision mAking), welches die EU Mitgliedsstaaten bei der Erfüllung der Strategie unterstützt und damit europaweit bereits große Erfolge erzielt hat.

Europas 34 überseeische Länder und Hoheitsgebiete werden in diesem Zusammenhang jedoch oft übersehen und nur peripher in nationalen Ökosystem-Assessments berücksichtigt.

In unserem aktuell erschienenen Artikel (Sieber et al. 2018) haben wir den Wissenstand aller europäischen Überseegebiete anhand einer systema

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28. Juni 2018

Nutzen eines breiten Netzwerks zur Entwicklung eines mehrstufigen Ansatzes zum Mapping von Ökosystemleistung 


von Bettina Weibel

Die EU Biodiversitätsstrategie verpflichtet die Mitgliedsstaaten zum Mapping von Ökosystemleistungen. Neben der MAES-Arbeitsgruppe unterstützt auch das ESMERALDA-Projekt als Koordinations- und Support-Aktion diese Anstrengungen. Es existiert eine Vielzahl von Methoden und Ansätzen zum Mapping von Ökosystemleistungen, je nach Situation müssen andere Aspekte berücksichtigt werden. Das erschwert jedoch die Wahl der Methodik und macht das Vorgehen intransparent und schwierig vergleichbar. Im Rahmen des ESMERALDA-Projekts wurde daher in einer Serie von Workshops ein dreistufiger Ansatz entwickelt (sog. «tiered approach»), der die Methoden grob gliedert in verschiedene Detailgrade (grob, mittel, hoch). Dies soll den Einstieg erleichtern, einen besseren Überblick bieten, Transparenz schaffen und die Kommunikation vereinfachen. Welche Stufe sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Ziel des Mappings. Wenn ein grober Überblick genügt, ist die erste Stufe («tier 1») sinnvoll. Hierzu zählen Methoden wie die look-up tables, die Ökosystemleistungen direkt aus Landnutzungskategorien ableiten. Wenn mehr Informationen benötigt werden aber kein Verständnis der gegenseitigen Beeinflussung von Umweltprozessen erforderlich ist, dann ist ein Ansatz der mittle

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7. Juni 2018

Warum eine gerechte Governance von Ökosystemleistungen Armutsbekämpfung priorisieren sollte


von Ina Lehmann

Verteilungsfragen sind regelmäßige Begleiterinnen der Governance von Ökosystemleistungen und ihre Lösung ist allzu häufig mit Zielkonflikten verbunden. So stehen Ökosystemleistungen, die vor allem zu Gunsten einer Stakeholdergruppe reguliert werden, anderen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Zum Beispiel mögen Fischfangquoten zwar langfristig dem globalen Gemeingut der Erhaltung der Biodiversität dienen, können aber lokale Küstenfischer vor akute Probleme bei der Sicherung ihres Lebensunterhalts stellen. Derartige Zielkonflikte sind im Kern Gerechtigkeitsprobleme: Sie fordern uns heraus, gute Gründe dafür anzugeben, warum die Interessen einer Stakeholdergruppe stärker berücksichtigt werden sollten als die einer anderen. In empirischen Analysen der sozioökonomischen Folgewirkungen der Governance von Ökosystemleistungen werden die zu Grunde liegenden Gerechtigkeitsfragen zumeist nur am Rande und nur recht unsystematisch abgehandelt. Dies ist bedauerlich, weil gerade diese Literatur häufig mit expliziten oder impliziten Politikempfehlungen einhergeht.

In einer jüngst publizierten Studie hoffen wir einen Beitrag zur systematischeren Diskussion von Gerechtigkeitsfragen zu leisten. Im Lichte der großen normativen Herausforderungen, vor die sich die Naturschutzcommunity angesichts globaler Armut gestellt sieht, konzentrieren wir uns dabei

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31. Mai 2018

Zeitliche Dynamiken von Ökosystemleistungen stärker berücksichtigen


von Anna-Lena Rau

Zeitliche Dynamiken von Ökosystemleistungen wurden in den letzten Jahren im Gegensatz zu den verschiedenen Methoden zur räumlichen Darstellung relativ selten in wissenschaftlichen Studien thematisiert. So führen nur ungefähr 3% der empirischen Studien, die sich explizit auf das Konzept der Ökosystemleistungen beziehen, Analysen zu zeitlichen Dynamiken durch.

Um in Zukunft die Berücksichtigung zeitlicher Dynamiken in der Forschung an Ökosystemleistungen zu vereinfachen, haben wir ein Konzept erarbeitet, das aus drei verschiedenen Arten von zeitlichen Dynamiken besteht. Da nicht nur die Bereitstellung, sondern auch die Nachfrage nach Ökosystemleistungen zeitlichen Dynamiken unterworfen ist, unterscheiden wir zudem zwischen der Bereitstellungs- und der Nachfrageperspektive. Dazu zeigen wir in unserer Studie Beispiele aus der Literatur verschiedene Ökosystemleistungen auf.

Wir unterscheiden zwischen linearen und nicht-linearen Dynamiken. Lineare Dynamiken können steigend (siehe Abb. 1), fallend oder auch auf einem gleichbleibendem Niveau verlaufen. Ein Beispiel hierfür ist der globale Anstieg der Menge des geernteten Getreides zwischen den 1960er und 1980er Jahren um fast 90%. Auch die Nachfrage nach dieser Ökosystemleistung ist gewachsen. So ist die Unterernährung weltweit von 1990 bis 2008 um 9% gestiegen. Die Gründe hierfür sind nicht nur die wachsende Bevölkerung, sondern auch die Veränderung hin zu einer eher fleischbasierten Ernährung, z.B. in China.

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17. Mai 2018

Wie lassen sich aus Baumkatasterdaten klimatische Regulationsleistungen ableiten?


von Tobias Scholz

Baumkataster stellen eine umfangreiche Datengrundlage zur Berechnung von klimatischen Regulationsleistungen dar. Nicht selten sind mehrere 10.000 Bäume in solchen Katasterwerken enthalten, die meist digital geführt werden und u.a. die Koordinaten der einzelnen Bäume enthalten. Die Kataster werden von Kommunen überwiegend aus versicherungstechnischen Gründen geführt, um mögliche Baumschäden zu erfassen und Baumpflegemaßnahmen und -kontrollen zu organisieren und nachzuhalten. Damit stellen sie ein wichtiges Werkzeug zur Umsetzung der kommunalen Verkehrssicherungspflicht dar. Gleichzeitig enthalten die Datenbanken viele Informationen zu den einzelnen Bäumen, wie z.B. die Baumhöhe, den Brusthöhendurchmesser, die Kronenweite und den Zustand der Krone. Diese Informationen können zur Ableitung von klimatischen Regulationsleistungen genutzt werden, welche anderweitig nur über aufwändige und teure Geländeerhebungen erfasst werden können.

Baumbestandene Straßen können im erhebliche Maße zur Klimaregulation in den Städten beitragen

In unserem aktuell erschienen Artikel (Scholz et al. 2018) haben wir mithilfe des Baumkatasters der Stadt Duisburg und der Modellierungssoftware i-Tree Eco klimatische Regulationsleistungen für 50.000 Stadtb

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30. April 2018

Die Ansprüche an das Stadtgrün sind unterschiedlich


von Maraja Riechers

Kulturelle Ökosystemleistungen können vielfältig sein – und werden auch ebenso vielfältig wahrgenommen. Unsere grade veröffentliche Studie zeigt, dass alle unsere zehn gemessenen Kategorien kultureller Ökosystemleistungen hoch geschätzt werden. Am wichtigsten für die befragten Berliner (n = 558) ist der ästhetische Nutzen, folgend von der direkten, sinnlichen Naturerfahrung sowie religiösen und spirituellen Werten. Dass diese vielfältigen kulturellen Leistungen sich teilweise negativ beeinflussen, hat unsere Studie auch herausgefunden. Leistungen, die mehr in den sozialen Bereich fallen, in etwa wie soziale Beziehungen, können negativ mit den religiösen und spirituellen Werten zusammenhängen. Auch die Relevanz sozialer Aspekte wurde deutlich. Berliner aus unterschiedlichen sozialen Gruppen können unterschiedliche Ansprüche an das Stadtgrün haben. In einer Clusteranalyse haben wir unsere Befragten grob in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine Gruppe setzt sich zusammen aus älteren Personen, die in weniger dicht besiedelten Gebieten von Berlin wohnen. Personen aus dieser Gruppe schätzen besonders die direkte Naturerfahrung, etwa Bildung oder Inspiration. Im Gegensatz dazu gehören zur anderen Gruppe j

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    Informatives Video! Schön gemacht!...

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    Freut mich, dass es gefällt! Viel Spaß beim Bloggen!...

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    Schön, dass es jetzt einen deutschsprachigen Blog zu ÖSL g...