31. Januar 2019

Landschaftseigenschaften bei der Bereitstellung von Ökosystemleistungen


von Katja Schmidt

Der Ansatz der Ökosystemleistungen (ÖSL) findet zunehmend in Wissenschaft und Politik Beachtung, doch gibt es wenige Angaben über seine tatsächliche Anwendung in der regionalen Landschaftsplanung. Damit das ÖSL-basierte Wissen in Entscheidungsprozesse integriert werden kann, müssen Ergebnisse der ÖSL-Forschung für das praktische Landschaftsmanagement aufbereitet und formuliert werden.

Foto von Vanessa Burton

Im Rahmen einer Publikation in der Zeitschrift ‘Land Use Policy’ zeigen wir einen Ansatz,  in dem wir Ergebnisse einer Bewertung von ÖSL nutzen um praktische Vorschläge für das zukünftige Parkmanagement eines Regionalparks in Schottland zu unterbreiten. Hierbei haben wir

  • Hotspots kultureller, regulierender und bereitstellender ÖSL identifiziert (öffentliches partizipatives GIS in Stakeholderworkshop, n=20),
  • Landschaftseigenschaften untersucht, die diesen Hotspots zugrunde liegen (räumliche Analyse), sowie
  • gegenwärtige Planungsprioritäten untersucht (Inhaltsanalyse des Management Plans).
  • Die Diskrepanz zwischen Landschaftseigenschaften der ÖSL- Hotspots und gegenwärtigen Planungspr

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24. Januar 2019

Wo steht die Forschung zu Ökosystemleistungen?


von Sven Lautenbach und Martin Volk

Die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen zu Ökosystemleistungen weist seit Jahren einen rasanten Anstieg auf. Auch das Interesse aus Planung und Verwaltung, Wirtschaft sowie der Öffentlichkeit an diesem Thema wächst. Initiativen wie IPBES, ELD, WAVES oder TEEB werten Ergebnisse einer Vielzahl von Studien aus, um darauf aufbauend Empfehlungen zum Erhalt oder zur Verbesserung von Ökosystemleistungen abzuleiten. Die Qualität solcher Empfehlungen hängt jedoch zwangsläufig davon ab, wie gut die einzelnen Studien durchgeführt worden sind, ob für die Anwendung relevante Aspekte behandelt wurden und ob das Design der Studien für das Anwendungsgebiet thematisch und räumlich überhaupt geeignet ist.

Dieser Frage sind wir mit einer systematischen Analyse von insgesamt 504 relevanten Artikeln nachgegangen. Angesichts der bereits erwähnten hohen und ständig wachsenden Anzahl von Veröffentlichungen konnten wir ni

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17. Januar 2019

Bodenökosystemleistungen in der landwirtschaftlichen Praxis – Einblicke aus einer Masterarbeit in Sachsen


von Victoria Dietze

In meiner Masterarbeit „Berücksichtigung von Ökosystemleistungen in Praxis und Politik – eine Fallstudie aus Sachsen“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg habe ich untersucht, inwiefern das Konzept der Ökosystemleistungen (ÖSL) in der Landwirtschaft und Politikinstrumenten der Agrarpolitik etabliert ist. Im Rahmen des Projektes BonaRes – Zentrum für Bodenforschung, habe ich mit Kolleg*innen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ in Leipzig die folgenden Fragestellungen beleuchtet:

  1. Inwieweit sind Landwirte mit dem Konzept der ÖSL vertraut?
  2. Welche ÖSL sind für die Landwirte wichtig?
  3. Welche Informationsquellen nutzen Landwirte, um sich über das ÖSL und über Bewirtschaftungspraktiken zu informieren?
  4. Welche Politikinstrumente werden von den Landwirten akzeptiert bzw. als effektiv erachtet, um Boden-ÖSL in ihren landwirtschaftlichen Bewirtschaftungspraktiken zu berücksichtigen?

Zur Beantwortung der Fragen wurden 10 semi-strukturierte Experteninterviews mit Landwirten im Raum Sachsen durchgeführt. Zwei der befragten Betriebe wirtschaften ökologisch, die anderen acht konventionell. Unsere Auswertung ergab, dass die ökologisch wirtschaftenden Landwirte sehr genau mit dem Konzept der ÖSL vertraut waren. Sie waren bereits in einem Forschungsprojekt involviert, in dessen Rahmen sie zu dem Konzept der ÖSL informiert wurden. Die konventionellen Landwirte hatten Kenntnisse über

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18. Dezember 2018

Governance von Ökosystemleistungen: eine Bestandsaufnahme eingesetzter Methoden


von Claudia Sattler

Im Rahmen eines ‚Special Issues‘ für die Zeitschrift ‘Ecosystem Services’ haben wir uns mit der Frage beschäftigt, welche Methoden derzeit eigentlich zur Untersuchung unterschiedlicher Governanceansätze zum Management von Ökosystemleistungen eingesetzt werden. Dazu haben wir mittels eines Literaturscreenings und -reviews gezielt 67 englischsprachige Veröffentlichungen ausgewertet. Neben den eingesetzten Methoden haben uns zwei weitere Fragen interessiert: welche Art von Studien bisher veröffentlicht wurden und welches Verständnis von Governance in diesen Studien zugrunde gelegt wurde.

Unsere Auswertung ergab, dass die Studien insgesamt thematisch sehr divers sind und dass Veröffentlichungen in diesem Themenbereich in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Insbesondere Wissenschaftler aus dem globalen Norden, vor allem aus Europa und Nordamerika publizierten zu diesem Thema.

In Bezug auf die Frage zur Art der bisher veröffentlichten Studien (siehe dazu Abbildung 1) ließ sich feststellen, dass es wesentlich mehr Untersuchungen zu Landökosystemen als zu Küsten- und Meeresökosystemen gibt und gleichzeitig mehr Studien in ruralen als in urbanen Landschaftskontext.

Abbildung 1: Anteil der Studien in Prozent, die ihren Schwe

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13. Dezember 2018

Planung von Managementzonen von Süßwasserökosystemen


von Sami Domisch

Wie können wir die Artenvielfalt schützen, aber zugleich die Ökosystemleistungen nutzen? Wo sollten Naturschutzgebiete errichtet werden, und wo sollte eine Nutzung von Ökosystemleistungen ermöglicht werden? Diese Fragen sind v.a. in Süßwasserökosystemen aufgrund der zurückgehenden Artenvielfalt von großer Bedeutung. Dahinter steht die übergeordnete Frage wie eine nachhaltige Ressourcennutzung aussehen soll. Im Zuge des EU-Projektes „AQUACROSS“ haben wir uns mit diesen Fragen beschäftigt und als Lösungsansatz ein Modellierungskonzept erstellt, das darauf abzielt, den Schutz der Artenvielfalt als auch die Nutzung von Ökosystemleistungen zu balancieren. Das Konzept wurde innerhalb verschiedener Fallstudien und dazugehörenden Untersuchungsgebieten getestet (siehe https://aquacross.eu/casestudies).

Eines der Testgebiete ist das Donaueinzugebiet. In diesem haben wir zum einen das Vorkommen der Fischfauna modelliert, zum anderen die flächendeckende Kohlenstoffspeicherung und Hochwasserregulierung als bereitstellende, sowie den Grad der Freizeiterholung und den Wasserverbrauch als genutzte Ökosystemleistungen abgebildet. Mithilfe einer Methode, die als „räumliche Priorisierung“ bezeichnet wird, haben wir anschließend die optimale Lage verschiedener Managementzonen geplant. Diese Managementzonen können z.B. auss

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