22. Oktober 2018

Das Gute und das Schlechte: Der Beitrag verschiedener Prädatoren zu positiven und negativen Ökosystemleistungen


von Matthias Tschumi

Gerstenfelder beherbergen eine Vielzahl räuberisch lebender Arten (Prädatoren), die sich von Pflanzensamen und anderen Tieren ernähren. Je nach Bedingungen kann sich die durch Prädatoren erbrachte Leistung positiv oder negativ auf die landwirtschaftliche Produktion auswirken. Bild: Matthias Tschumi

Für die Produktion von Nahrungsmitteln ist die Landwirtschaft auf eine Vielzahl von Ökosystemleistungen, wie Bodenbildung, Bestäubung oder biologische Schädlingskontrolle angewiesen. Nachhaltige Agrarökosysteme beherbergen eine große Vielfalt von Nützlingen wie Vögeln, Nagetieren, Bienen, Käfern oder Regenwürmern, die die landwirtschaftliche Produktion unterstützen. Bienen bestäuben Feldfrüchte wie Raps, Regenwürmer sind essenziell für die Bodenbildung, und Vögel, Nagetiere und Käfer ernähren sich unter anderem von Unkrautsamen und tierischen Schädlingen. Mit dem Entfernen von Strukturen aus der Landschaft, bspw. Hecken, Bäume oder Dauergrünland, sowie dem zunehmenden Einsatz von Agrarchemikalien trägt die intensive Landwirtschaft zum Artenrückgang bei.

Die daraus resultierenden Veränderungen der Tiergesellschaften können zu verminderten Ökosystemleistungen führen, falls sie sich negativ auf Nützlinge auswirken. Darüber hinaus könne

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15. Oktober 2018

Verbessertes Verständnis der Beziehungen zwischen Ökosystemleistungen durch Integration von Angebot, Nutzen und Nachfrage


von Uta Schirpke

Ein umfassendes Verständnis der Beziehungen zwischen Ökosystemleistungen (ÖSL) ist wichtig für Entscheidungsprozesse und die Entwicklung politischer Instrumente, um Landschaften und Ökosysteme nachhaltig zu nutzen. Im Rahmen des Projektes AlpES wurden acht für den Alpenraum wichtige Ökosystemleistungen quantifiziert und auf Gemeindeebene kartiert (Abb. 1), wobei klar zwischen Angebot (supply), aktuellem Nutzen (flow) und Nachfrage (demand) unterschieden wurde. Dazu gehörten Trinkwasser, Grünfutter, Brennholz, Reinigung von Oberflächenwasser, Schutz vor Naturgefahren, Kohlenstoffspeicherung, Erholung im Freien als auch symbolische Pflanzen und Tiere. Um Interaktionen zwischen diesen ÖSL und die zugrunde liegenden Mechanismen zu untersuchen, wurde ein mehrstufiger Ansatz verfolgt. Zuerst wurden Korrelationsanalyse und Clusteranalyse verwendet, um die Beziehungen zwischen ÖSL zu analysieren und Gruppen von ÖSL zu identifizieren. Diese Gruppen wurden dann in einer Random Forest Analyse untersucht, um deren räumliche Verteilung zu erklären und den Einfluss verschiedener sozioökologischer Faktoren (z. B. Landnutzung/-bedeckung, Klima, Topographie und Bevölkerungsdichte) zu identifizieren.

Abb. 1: Analyse von acht ÖSL im Untersuchungsgebiet „Alpine Space“.[/capti

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8. Oktober 2018

Ein differenzierter Ansatz zur Bewertung der Bereitstellung urbaner Ökosystemleistungen


von Janina Kleemann

Urbane Ökosystemleistungen tragen zur Kompensation von negativen Effekten in Städten bei. Zum Beispiel filtern Bäume die Luft, was zu einer verbesserten Luftqualität führt. Wo aber werden verschiedene Ökosystemleistungen in Städten bereitgestellt? Sind sie gleichmäßig in einer Stadt verteilt? Die räumliche Erfassung von Ökosystemleistungen ist wichtig, um die derzeitige Bereitstellung von Ökosystemleistungen zu verbessern und die zukünftige Raumplanung danach auszurichten. Die Einschätzung von Landnutzungstypen ist dabei ein gutes Mittel, die Bereitstellung der Ökosystemleistungen zu bewerten. Jedoch sind Landnutzungstypen im städtischen Raum oft stark vom menschlichen Einfluss geprägt, was auch Einfluss auf die Bereitstellung der Ökosystemleistungen hat. Damit ist es wichtig, die Flächen nach dem Grad des menschlichen Einflusses (Hemerobie) zu differenzieren. Am Beispiel der Stadt Halle (Saale) haben wir einen differenzierten Bewertungsansatz verwendet, der den Katalog der Biotop- und Nutzungstypen des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, die Hemerobie und die Zugänglichkeit von Freiflächen nutzt. Als urbane Ökosystemleistungen wurden die globale und lokale Klimaregulierung, Luftreinhaltung, Wasserkreislaufregulierung, Nahrungsmittelproduktion (v.a. durch Agrarflächen und Gärten), Naturerfahrung und Freizeitaktivitäten untersucht. In Potenzialkarten (Abbildung 1) wurde ihre räumliche Verteilung in der Stadt Halle aufgezeigt.

Die Ergebnis

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10. September 2018

Unerreichbar nah – Barrieren in der Erreichbarkeit urbaner Grünflächen


von Dagmar Haase, Katharina Lampe und Manuel Wolff

Grünflächen in der Stadt sind wichtige, manchmal die einzigen Erholungsmöglichkeiten für Stadtbewohner, gerade an heißen Sommertagen, das hat uns der Sommer 2018 eindrucksvoll gezeigt. Die Erholungsleistungen von Parks oder Gärten zum Beispiel sind in erster Linie abhängig von deren Größe, dem Baumbestand und der Verschattung, der Diversität und dem Design aber eben auch von ihrer Zugänglichkeit. Ist der Park oder der Garten gut erreichbar für große Teile der Bevölkerung, zum Beispiel mit öffentlichen Verkehrsmitteln und in vertretbarer Zeit (etwa bis zu 30 Minuten)? Dieser Frage widmet sich schon eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Artikeln; es werden Distanzen ermittelt vom Wohnort zur Grünfläche als auch die Diversität des Grüns bewertet mit verschiedenen multikriteriellen Modellen.

Was eher selten betrachtet wird sind Barrieren des Zugangs zu Grünflächen, die an sich öffentlich und für jeden erreichbar sind. So weisen zum Beispiel die mit Pufferanalysen gerechneten als auch der Manhattan-Metrik folgenden Erreichbarkeitsmodelle eines Geographischen Informationssystems die Umgrenzung einer jeweiligen Grünfläche als „erreichbar“ aus, obwohl diese Umgrenzung tatsächlich nicht zugänglich ist bzw. eine Barriere darstellt wie etwa ein Zaun, ein Fluß oder Gebäudeverbände. Daher ist die Betrachtung von Barrieren in und auf öffentlichen Grünflächen ein ganz wichtiges und bisher wenig beachtetes Thema im Bereich der kulturellen und regulat

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