5. Februar 2018

Flüsse und Bäche – ein Modell zeigt wo Erholung relevant und möglich ist


von Sven-Erik Rabe

Erholung gewinnt in der Gewässerentwicklung zunehmend an Bedeutung. Ein experten- und geodatenbasiertes Bewertungsmodell ermöglicht es, das Erholungspotenzial von Fließgewässern abzubilden – effizient, präzise und nah an den Bedürfnissen der Erholungsuchenden.

Erholung ist ein menschliches Grundbedürfnis und notwendig für die körperliche und psychische Regenerierung. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass naturnahe und als natürlich wahrgenommene Gebiete die Erholung besonders fördern. Das gilt insbesondere für Gewässer.

Der Kanton Zürich plant in den kommenden Jahren verschiedene Maßnahmen an Gewässern und in ihrem näheren Umfeld. Dazu gehören die Revitalisierung vieler Fließgewässer und die Neugestaltung ihrer Uferbereiche um den Gewässern mehr Raum zu geben. Dabei sind neben dem Hochwasser- und dem Naturschutz sowie der Energiegewinnung auch die Bedürfnisse der Bevölkerung und insbesondere die Möglichkeit zur Naherholung relevant.

Wer für die Gewässerentwicklung verantwortlich ist, stellt sich derzeit folgende Fragen:

  • Wo sollen mit welchen Zielen welche Maßnahmen realisiert werden?
  • Wo ist die Nachfrage nach Erholung besonders hoch?
  • Wo ist die Erholungseignung schon heute besonders gut?
  • Wo lässt sich mit einfachen Maßnah

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29. Januar 2018

Szenarienentwicklung mit regionalen und lokalen Akteuren in Sachsen-Anhalt zeigt Chancen und Hemmnisse von Politikumsetzung in der landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft


von Jenny Schmidt, Jennifer Hauck

Politische Entscheidungen führen häufig zu Vorgaben für Maßnahmen, die auf der regionalen und lokalen Ebene umgesetzt werden müssen. So hat die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) Auswirkungen auf die Landnutzung vor Ort, beispielsweise in Sachsen-Anhalt. Dort haben wir mit regionalen Akteur_innen Rahmenbedingungen herausgearbeitet, die auf die Entscheidungen zur Maßnahmenumsetzung der Landnutzer_innen einwirken. Mögliche zukünftige Entwicklungen der ökonomischen, sozialen und institutionellen Rahmenbedingungen wurden dann zu zwei Szenarien weiterentwickelt. Wie diese sich in der konkreten Umsetzung auswirken würden, untersuchten wir auf vier Flächen gemeinsam mit lokalen Akteur_innen.

Grüne Infrastruktur in landwirtschaftlich genutzter Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt. Photo: Jenny Schmidt

Hierbei zeichneten sich verschiedene Faktoren ab, die sich positiv oder negativ auf eine zielführende Umsetzung der ökologischen Vorrangflächen im Rahmen des Greeinings der GAP auswirken können. Hinderliche Faktoren für eine effektive Umsetzung sind beispielsweise erhebliche Einkommenseinbußen ausgerechnet bei Maßnahmen die besonders biodiversitäts

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22. Januar 2018

Ökosystemleistungen und Biodiversität entlang eines Landschaftsgradienten


von Klaus Birkhofer

Der weltweite Rückgang der Biodiversität wird oft in Zusammenhang mit der Monotonisierung der Agrarlandschaft gebracht. Einzelne Ökosystemleistungen stehen dabei sowohl in positiver als auch negativer Beziehung zu einer abnehmenden Artenvielfalt in Tier- und Pflanzengemeinschaften. Bei genauerer Betrachtung dieser Einzelbeziehungen wird klar, dass für ein besseres Verständnis von Landnutzungseffekten eine gleichzeitige Berücksichtigung vieler Ökosystemleistungen und Artengruppen von Vorteil ist. Einerseits geht es bei der Einführung von Agrarumweltmaßnahmen oft um einen allgemeinen Schutz der Artenvielfalt, andererseits werden dadurch komplexere Beziehungen zwischen Ökosystemleistungen und Biodiversität deutlich.

Die vorliegende Studie untersucht, wie die Monotonisierung der Agrarlandschaft nicht nur einzelne Ökosystemleistungen und Artengruppen, sondern auch deren Gesamtheit und die Beziehungen zueinander beeinflusst. Zu diesem Zweck wurden Daten zu mehr als 600 Pflanzen- und Tierarten sowie acht Ökosystemleistungen in südschwedischen Agrarlandschaften ausgewertet. Die Untersuchungsgebiete wurden vorab so ausgewählt, dass sie entlang eines Gradienten von ackerdominierten Landschaften bis hin zu stärker durch ungedüngtes Weidegrünland und nicht bewirtschafteten Feldraine geprägten Landschaften angeordnet sind.

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15. Januar 2018

Denken im Nexus – wie können Ökosystemleistungen dazu beitragen, das Zusammenspiel zwischen Landnutzung, Raumplanung und Politikgestaltung zu verbessern?


von Christine Fürst

Ökosystemleistungen gelten heute als einer der relevantesten Ansätze um Landnutzungsentscheidungen, Planungsprozesse und die Gestaltung von Umweltpolitiken zu begleiten. Dazu muss man wissen, dass Ökosystemleistungen vor allem helfen, verschiedene Entscheidungsebenen, von der Land- und Forstwirtschaft über die Regionalplanung bis hin zu internationalen Politikprozessen miteinander zu verbinden und die ökologisch-ökonomischen Auswirkungen von Entscheidungen auf der jeweils über- oder untergeordneten Entscheidungsebene erfassbar machen. Allerdings besteht noch immer ein Problem darin, dass Ökosystemleistungen zwar auf internationaler und nationaler Politikebene eingeführt sind, jedoch bislang nur unzureichend in die Bewertung von Entscheidungen auf der regionalen oder lokalen Ebene einbezogen werden. Hier konkurrieren Ökosystemleistungen schlichtweg mit anderen tradierten oder als „wichtiger“ empfundenen Entscheidungskriterien, wie der Multifunktionalität und Nachhaltigkeit, oder rein sozio-ökonomischen Ansätzen wie Generierung von Einkommen, Wirtschaftswachstum oder Arbeitsplatzsicherheit. Vor allem regulierende Leistungen (Hochwasser, Dürre) und kulturelle Leistungen (Landschaftsschönheit) werden dadurch gegenüber bereitstellenden Leistungen (Biomasseproduktion) häufig als weniger relevant erachtet. Dennoch hat sich – als ein langfristiges Ergebnis der Nachhaltigkeitsdiskussion – die Erkenntnis entwickelt, dass Wechselbeziehungen zwischen Wirtschaft, Um

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8. Januar 2018

Räumliche und zeitliche Aspekte der Ökosystemleistung „Erholungs- und Freizeitaktivitäten“ im Alpenraum


von Uta Schirpke

Im Rahmen des Projekts AlpES sollen mehrere Ökosystemleistungen für den gesamten Alpenraum kartiert werden, u.a. auch die Erholungsleistung, da Berggebiete eine Vielzahl von Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung bieten wie Wandern, Mountainbiken, Klettern oder Skifahren. Kulturelle Ökosystemleistungen hängen jedoch stark von der menschlichen Wahrnehmung und Präferenzen ab und sind selten direkt an ökologische Prozesse gekoppelt. Daher bleibt deren Kartierung immer noch eine Herausforderung. Um die verschiedenen Aspekte von Ökosystemleistungen quantitativ zu erfassen und zu kartieren, wurden daher in dieser Studie verschiedene Methoden angewendet. Die Kartierung des Angebots (supply) beruht auf verschiedenen Landschaftsindikatoren wie Natürlichkeit, Relief, Landschaftsvielfalt, wobei unzugängliche Gebiete ausgeschlossen wurden. Bei der Kartierung des Bedarfs (demand) wurden Bevölkerungsdaten und Nächtigungsdaten auf Gemeindeebene verwendet, während die Kartierung des Nutzungsniveaus (flow) auf georeferenzierten Fotos aus der Flickr-Datenbank basiert.

Abb. 1: Corvara in den Dolomiten (Italien) ist einer der Hotspots im Alpenraum. Foto: Uta Schirpke

Besonders Berggebiete bieten hohes Erholungspotenzial, während der Bedarf für Freizeitaktivitäten s

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