Volker Mauerhofer

11. September 2017

geschrieben in Alle Neuigkeiten, ESP-DE Blog

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Der Artikel „How do ecosystem services perform in enforceable law?“ von Volker Mauerhofer und Iasmina Laza ist Teil eines, von Volker Mauerhofer herausgegebenen, Special Issues zum Thema „Recht und Ökosystemleistungen“ der Elsevier-Zeitschrift Ecosystem Services. Der erste Teil der Arbeit untersucht anhand der Rechtsnormen der Europäischen Union (EU) quantitativ, inwiefern der Begriff der Ökosystemleistungen in rechtsverbindliche und gegenüber den Mitgliedstaaten (oder Einzelnen) durchsetzbare Maßnahmen aufgenommen wurde. Diese Untersuchung wurde mittels einer Abfrage in der online Datenbank EU-Lex durchgeführt. Die quantitative und deskriptive Auswertung der Ergebnisse ergab, dass 430 englischsprachige Dokumente den Begriff „ecosystem services“ enthalten, davon jedoch etwa 90% vorbereitende und nicht gesetzgebende Dokumente darstellen. Weiters konnte nur ein Dokument gefunden werden, in dem die Mitgliedsstaaten rechtsverbindlich und durchsetzbar hinsichtlich Ökosystemleistungen adressiert werden. Dabei handelt es ich um die Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten – kurz „IAS-Verordnung“ (ABl. L 317 vom 4.11.2014, S. 35–55, online verfügbar). Darin und in den nachgelagerten Rechtsakten werden jene invasiven gebietsfremden Arten, vor denen Ökosystemleistungen geschützt werden sollen, bereits genau festgelegt. Aus diesem Grund besteht jedoch wenig Spielraum für die Mitgliedsstaaten der EU gefährdete Ökosystemleistungen selbst zu definieren und auszuwählen.

Der zweite Teil der Arbeit umfasst lediglich einen kleinen Teil der Ergebnisse der noch andauernden, vom Erstautor Volker Mauerhofer betreuten Master-Abschlussarbeit der Zweitautorin, Iasmina Laza. Er befasst sich mit den Ergebnissen einer umfassenderen Stakeholder-Befragung mittels online-Fragebogen und zusätzlicher Interviews, die vergleichend im föderalen Österreich und zentralistischen Rumänien untersucht, inwiefern diese unterschiedlichen Staatsstrukturen eine unterschiedliche Umsetzung der IAS-Verordnung nach sich zieht. Die zwei in den Artikel aufgenommenen Fragen bezogen sich konkret auf Ökosystemleistungen bzw. enthielten Ökosystemleistungen in den Antwortmöglichkeiten. Die erste Frage galt dem erwarteten künftigen Einfluss der IAS-Verordnung auf die nationale Kompetenzverteilung im Bereich Biodiversität und Ökosystemleistungen. Hier wurde in beiden Staaten überwiegend ein positiver oder eher positiver Einfluss erwartet, ob nun im Zusammenhang alleine mit Biodiversität oder mit Biodiversität und den damit in Verbindung stehenden Ökosystemleistungen abgefragt. Die zweite Frage bezog sich auf den erwarteten künftigen Einfluss der IAS-Verordnung auf die eigene Arbeit im Zusammenhang mit Ökosystemleistungen. Die überwiegende Zahl der Antworten in beiden Staaten lautete dahingehend, dass die eigene Arbeit im Zusammenhang mit der IAS-Verordnung sich hauptsächlich auf den Schutz von Biodiversität konzentrieren wird und nicht auf Ökosystemleistungen. Mögliche Gründe für diese Ergebnisse der Antworten auf beiden Fragen werden im Artikel, auch anhand zusätzlich durchgeführter ausführlicher Interviews, diskutiert. Die wichtigsten Schlussfolgerungen bilden das Ende des Artikels.

Veröffentlichung:

Mauerhofer, V., Laza, I., 2017. How do ecosystem services perform in enforceable law? Potentials and pitfalls within regional and national integration. Ecosyst. Serv. doi:10.1016/j.ecoser.2017.07.006

Weitere Artikel des Special Issues: http://www.sciencedirect.com/science/journal/aip/22120416?sdc=1

Autoren

MMag. Dr. Volker Mauerhofer MA ist Jurist, Biologe und Ökologischer Ökonom und forscht sowie unterrichtet in den vergangenen Jahren an der Universität Wien in den Bereichen Naturschutzrecht, -politik und –ökonomie. E-Mail: volker.mauerhofer@gmx.at

Iasmina Laza ,BSc, ist eine von Volker Mauerhofer betreute Master-Studentin im Rahmen des MSc-Studienlehrganges „Naturschutz und Biodiversitätsmanagement“ der Division für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologie (CVL) der Universität Wien.

Wie „machen sich“ Ökosystemleistungen in durchsetzbarem Recht?

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