16. Oktober 2019

Weit entfernte und bedrohte Ökosysteme stellen wichtige kulturelle Ökosystemleistungen für Deutschland und die Niederlande bereit


von Roland Krämer (@RolKraemer) und Matthias Schröter (@MatthiasSchr)

Ökosystemleistungen (ÖSL), von denen eine bestimmte Region profitiert, werden häufig von weit entfernten Gebieten erbracht. Ein klassisches Beispiel sind Agrarprodukte aus Übersee (z.B. Soja, Palmöl) oder die globale Klimaregulierung. Konsum in einer Region hat Auswirkungen auf eine andere, und Landnutzungsänderungen dort können wiederum Auswirkungen auf profitierende Regionen haben. Dieses sogenannte Telecoupling zwischen Regionen wurde jedoch bislang für die schwer quantifizierbaren immateriellen bzw. kulturellen ÖSL kaum untersucht (siehe dazu auch Blogbeitrag vom 26.03.2018).

In einer Studie in der Zeitschrift Ambio haben wir uns dieser Problematik angenommen und beispielhaft für zwei kulturelle ÖSL untersucht, die durch bestimmte Arten oder Artengruppen erbracht werden – den zugeschriebenen Existenz-/Vermächtniswert und die Vogelbeobachtung als physische Interaktion.

Um sich dem Existenzwert von Arten quantitativ zu nähern, haben wir uns, beispielhaft für Deutschland und die Niederlande als wertzuschreibende Länder, vierzig Jahresberichte von bedeutenden Naturschutzorganisationen angeschaut und alle Vogel- und Säugetierarten identifiziert, die in Verbindung mit Naturschutzaktivität

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1. Oktober 2019

Neues Handbuch zum Thema „Landschaftsplanung mit Ökosystemleistungen“ erschienen


von Ingrid Albert

Das menschliche Wohlergehen ist in vielerlei Hinsicht davon abhängig, inwiefern es uns gelingen wird, Natur und Landschaft so zu entwickeln, dass die Biodiversität geschützt, die Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts gesichert und das Dargebot an Ökosystemleistungen erhalten bleibt. Besonders bedroht sind oft die öffentlichen Güter und Leistungen, deren Werte auf den Märkten nicht gut repräsentiert sind oder deren Rückgang nur zukünftige Generationen betrifft. Da Marktmechanismen allein aber nicht ausreichend effektive Mittel sind, um die natürlichen Ressourcen und das Dargebot an Ökosystemleistungen zu sichern, bedarf es ökologisch-orientierter räumlicher Planung, um Landnutzungen strategisch zu koordinieren und zukunftsfähige Landschaftsstrukturen zu entwickeln.

Eine engere Verzahnung von Landschaftsplanung und Ökosystemleistungskonzept kann an dieser Stelle dazu beitragen, Wege zu finden, wie sich eine nachhaltigere Entwicklung von Natur und Landschaft gestalten lässt. Dabei ergeben sich vielfältige wertvolle Synergien: So bestehen die Stärken der Landschaftsplanung darin, das Angebot an Ökosystemleistungen sowie mögliche Konflikte zu identifizieren und Planungsvorschläge zu entwickeln, während das Ökosystemleistungskonzept den Zusammenhang zwischen dem Zustand von Natur und Landscha

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25. Juli 2019

Über den Zusammenhang zwischen Gerechtigkeitsempfinden und Aufforstung


von Jens Rommel, Swedish University of Agricultural Sciences & Stefan Gehrig (unabhängiger Wissenschaftler, Berlin)

Der Schutz tropischer Wälder kann einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels und zur Erhaltung der Artenvielfalt leisten. LandnutzerInnen im Rahmen von Programmen für den Schutz des Waldes zu bezahlen (Payments for Ecosystem Services, REDD+) ist zunehmend populär, vor allem dort, wo Armut die (Über-)Nutzung natürlicher Ressourcen bedingt. Die Art der Zahlung kann jedoch das Gerechtigkeitsempfinden und die Motivation einen Beitrag zum Erhalt der Wälder zu leisten, beeinflussen.

Ist es gerechter, LandnutzerInnen für den Schutz des Waldes einheitlich und pauschal zu bezahlen? Oder soll man lieber nach dem Aufwand oder dem Zustand des Waldes bezahlen? Dieser Frage sind wir in einem Experiment mit mehr als 250 DorfbewohnerInnen in ländlichen Regionen Nordvietnams nachgegangen.

In unserem ökonomischen Experiment hatten TeilnehmerInnen 45 Minuten Zeit, um Substrate (kleine Beutel mit humusreicher Erde zur Anzucht von Bäumen) vorzubereiten (siehe Abbildung 1). Diese Substrate wurden später tatsächlich zur Aufforstung genutzt. Für diese Tätigkeit wurden TeilnehmerInnen auf vier verschiedene Arten bezahlt (TeilnehmerInnen konnten dabei in etwa einen für die Region üblichen Tageslohn verdienen). Für einige TeilnehmerInnen hing die Bezahlung vom eigenen Arbeitsaufwand ab (Akkordlohn, merit in Abbildung 2), für andere nicht (Pauschale, fixed in Abbildung 2). Einige TeilnehmerInnen starteten bereits mit einigen Substraten, an

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18. Juli 2019

Naturbasierte Lösungen für Umweltprobleme in Städten – ein Anwendungsfall für die stringente Umsetzung von urbanen Ökosystemleistungen?


von Dagmar Haase und Diana Dushkova

Um sich den Herausforderungen des Klimawandels, des Erhalts städtischer Ökosysteme, des Biodiversitätsverlusts und menschlicher Gesundheit in unseren europäischen Städten effizienter und zielorientierter zu stellen, rücken sogenannte „naturbasierte Lösungen“ (nature-based solutions oder kurz NBS) immer stärker in den Blickpunkt von Forschung und Politik. Diese können bei der Bewältigung dieser Herausforderungen helfen. NBS sind an die Wirkungsweise der Natur angelehnte Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und die Anpassung städtischer Gebiete und ihrer ländlichen Umgebung an diesen. Aber auch der Prozess der Stadterneuerung kann durch naturbasierte Ansätze neugestaltet werden: Für Brachen müssen neue Nutzungskonzepte gefunden und umgesetzt werden, um auf diese Weise neue und nachhaltige Geschäftsideen zu fördern, Städte als Reallabore für Innovationen zu nutzen und die Kosteneffizienz solcher Entwicklungen zu testen. Bestehende Städtenetzwerke können dabei eine Schlüsselrolle zur Replikation von Demonstrationsprojekten und der Verbreitung solcher Interventionen einnehmen.

Abb. 1: NBS Beispiele in Leipzig. Karl-Heine Kanal. Copyright: Dagmar Haase

Das EU Horizon 2020 Projekt Connecting Nature („Coproduct

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11. Juli 2019

Studierende analysieren und bewerten ausgewählte Ökosystemleistungen am Beispiel Armeniens


von Matthias Pietsch

Armenien im Südkaukasus gelegen, zählt mit über 6.000 Arten zu den Hotspots der Biodiversität. Aktuell leidet das Land unter einer Vielzahl an Umweltproblemen wie Abholzung, Erosion und Bodendegradierung. Andererseits vollzieht sich ein ökonomischer Wandel hin zu einer ökologischen Landwirtschaft, der Entwicklung einer innovativen IT-Wirtschaft sowie der Stärkung des Tourismus und der Erholungswirtschaft.

Im englischsprachigen Masterstudiengang Landscape Architecture wurden im Rahmen einer internationalen Kooperation mit der Yerevan State University sowie Greenlane NGO ausgewählte Ökosystemleistungen für die Klosteranlage Geghard (kulturelle Ökosystemleistungen) sowie die Provinz Kotayk (Regulationsleistung: Bodenerosionsvermeidung) ermittelt und bewertet, um Potenziale für die zukünftige Entwicklung abzuleiten und vorzuschlagen.

Das Kloster Geghard gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen der armenisch apostolischen Kirche und wurde im Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Es besitzt ein sehr hohes Potenzial für den Ökotourismus, während negative Folgen eines Massentourismus vermieden werden müssen.

Von Diego Delso, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52483718

Mittels

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