10. Dezember 2021

Job Angebot: Projektleitung / Start-up Gründer/in (M/W/D)


von Carla Barros Erismann, Margarethe Schneider, Bettina Matzdorf

Die Mission des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. als national und international agierendes Forschungszentrum ist es, an der ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Landwirtschaft der Zukunft zu forschen – gemeinsam mit Akteuren aus der Wissenschaft, Politik und Praxis. Das ZALF ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und unterhält neben dem Hauptstandort in Müncheberg (ca. 35 Minuten mit der Regionalbahn von Berlin-Lichtenberg) eine Forschungsstation mit weiteren Standorten in Dedelow sowie Paulinenaue.

AgoraNatura ist der erste deutsche Online-Marplatz für zertifizierte Naturschutzprojekte www.agora-natura.de . Entstanden im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes (2015-2021) mit Partnern aus Naturschutz und Landwirtschaft wird der Online-Marktplatz aktuell vom ZALF betrieben und soll im Jahr 2022 in eine unhabhägige Trägerschaft (Ausgründung) überführt werden.Parallel ist AgoraNatura Teil des internationalen Projektes FABulous Farmers (www.nweurope.eu/projects/project-search/fabulous-farmers), in dem u.a. in vier weiteren Europäischen Ländern diese Art von Marktplatz entwickelt und implentiert werden (GB, NL, FR, BE).

Wir suchen ab sofort, befristet bis zum 31.07.2023, in Teilzeit (75%) am Standort in Müncheberg eine/n

Projektleitung / Start-up Gründer/in (M/W/D)

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10. November 2021

Wie bewerten Stakeholder ihre Rollen bei der Koproduktion von Ökosystemleistungen? Eine Analyse am Beispiel der Lahn-Flusslandschaft


von Carla Barros Erismann, Barbara Schröter, Christian Albert

Die Bereitstellung von Ökosystemleistungen für den Menschen erfolgt oft nicht selbständig durch die jeweiligen Ökosysteme, sondern erfordert erhebliche menschliche Beiträge.  Ökosystemleistungen werden also gemeinsam von Natur und Menschen produziert (=Koproduktion) (s. Abb 1, Gissi und Garramone, 2018). Die Notwendigkeit eines menschlichen Beitrags ist offensichtlich – zum Beispiel muss Wasser gepumpt, gereinigt und in Siedlungen geliefert werden, um als Trinkwasser zu dienen; Nahrungsmittel müssen geerntet, gejagt oder durch verschiedene landwirtschaftliche Praktiken erzeugt werden. Kulturelle Ökosystemleistungen erfordern menschliche Eingriffe, insbesondere um spezifische Kulturlandschaftsmerkmale zu erhalten oder um Informationen und Infrastruktur bereitzustellen, die eine ästhetische Wertschätzung von Landschaften durch den Menschen ermöglicht.

 

Abb. 1.  Erzeugung von Ökosystemleistungen durch die Zusammenarbeit von Natur und Menschen

Hinter der Bereitstellung von Ökosystemleistungen stehen somit eine Reihe von Akteur:innen, die zu ihrer Bereitstellung beitragen und von ihnen profitieren.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie (Jericó-Daminello et al. 2021) haben wir untersucht, wie Stakeholder ihre Rollen bei der Koproduktion von Ökosystemleistung

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15. Oktober 2021

Das Spiel „Bee Good“


von Barbara Schröter, Claudia Sattler

Das Konzept der Ökosystemleistungen wird oft als nützliches Kommunikationsinstrument zur Förderung des Naturschutzes beschrieben. Doch trotz zahlreicher Aktivitäten scheint es jedoch nicht ausreichend in der Gesellschaft oder im Bildungssystem angekommen zu sein. Immer wieder werden neue Ansätze für die Verbreitung des Konzepts in der Gesellschaft und seine praktische Umsetzung gefordert.

In jüngster Zeit gibt es einen vorsichtigen Optimismus, dass Computer- und Gesellschaftsspiele dazu beitragen könnten, mehr Aufmerksamkeit für reale Probleme wie den Naturschutz und Nachhaltigkeit zu wecken und zu mehr Wissen und Verhaltensänderungen beizutragen.

Vom Wissen zum Handeln zu kommen ist schwierig, da Umweltprobleme oft nicht direkt sichtbar sind, da sie den Anschein haben, räumlich und zeitlich weit entfernt zu sein und keine konkreten Auswirkungen auf das eigene Leben zu haben. Viele Leute sind deswegen emotional nicht involviert. Daran anknüpfend sehen sie oft keine direkte Verbindung zwischen dem Problem und ihrem Handeln, oder haben eine geringe Selbstwirksamkeitserwartung: „Was kann ich als Einzelner schon tun?“

Spiele können ein Teil der Lösung sein, da sie die Auswirkungen bestimmter Handlungen besser greifbar machen können, nur konkrete Aspekte von sehr komplexen Pr

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23. August 2021

Die Planung naturbasierter Lösungen für Flusslandschaften: Schlüsselkriterien, Planungsschritte und Umsetzungsprinzipien


von Barbara Schröter & Christan Albert

Flusslandschaften stehen vor großen Herausforderungen, denn mehr als die Hälfte aller Flüsse in Deutschland sind durch den Menschen durch Baumaßnahmen wie Flussbegradigungen, Stauungen, Trockenlegungen von Feuchtgebieten oder der Bau von Deichen erheblich verändert worden. Dies hat nicht nur die Verschlechterung des ökologischen Zustands der Flüsse zur Folge, der sich z.B. in verstärkter Erosion, Abnahme und Verschmutzung des Grundwassers, Rückgang der Artenvielfalt sowie Verlust von Ästhetik und Erholungsfunktionen zeigt. Heutige Flusslandschaften sind den zunehmenden Extremereignissen, der Ressourcenknappheit und dem Biodiversitätsverlust kaum gewachsen. Der Klimawandel erhöht das Risiko von Überschwemmungen und Trockenheit. Oftmals können diese Flüsse wichtige Funktionen, wie das Abmildern von Hochwasserereignissen oder das Ausgleichen von Wassermangel bei Trockenheit, nicht mehr ausreichend erfüllen.

Naturbasierte Lösungen bieten konkrete und langfristige Umgangsmöglichkeiten mit diesen gesellschaftlichen Herausforderungen, indem sie natürliche ökologische Funktionen

fördern und nutzen. Ein Beispiel ist die Renaturierung von Flussauen, die dazu beitragen kann, Hochwasserspitzen zu vermindern.

Um Flussgebiete nachhaltig zu entwickeln, die genannten Herausforderungen anzugehen und dabei die Ansprüche von Mensch und Natur zu berücksichtigen hat die Forschungsgruppe PlanSmart einen Rahmen zur Planung und Umsetzung naturbasierter Lösungen in Fl

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10. Dezember 2020

Naturbasierte Lösungen werden in deutschen Hochwasserrisikomanagement – Plänen kaum berücksichtigt


von Mario Brillinger

Seit einigen Jahren wachsen das Interesse und die Erwartungen der Politik und Forschung an sogenannten naturbasierten Lösungen (engl. Nature-Based Solution, kurz NBS). Darunter werden Maßnahmen verstanden, welche die Wirkungsweise von Ökosystemprozessen grüner und blauer Infrastrukturen nutzen und fördern, um dadurch gesellschaftliche Herausforderungen, wie die des Klimawandels, des Biodiversitätsverlusts und des mangelnden Gewässerzustandes, auf nachhaltige Weise bewältigen zu können (Albert et al. 2019). Ein Typ von NBS sind Maßnahmen des natürlichen Wasserrückhalts wie die Renaturierung von Flussauen und die Wiederanbindung von saisonalen Bächen, die durch die Verbesserung natürlicher hydrologischer Prozesse im Gewässersystem zur Verringerung des Hochwasserrisikos, zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Förderung der Artenvielfalt beitragen können (www.nwrm.eu). Diese Potentiale wurden auch zunehmend von der europäischen und nationalen Wasserpolitik erkannt (REF). So wurde beispielsweise mit der EU-Hochwasserrichtlinie (2007/60/EG) und der damit verbundenen Einführung von Hochwasserrisikomanagementplänen (HWRM-Pläne) das Leitbild “den Flüssen mehr Raum zu geben” institutionalisiert (Hartmann 2011). Das Hochwasserrisiko in Flussgebieten soll künftig nicht nur mit massiven, wasserbaulichen Anlage wie Deiche, Polder und Rückhaltebecken, sondern auch mit der Rückgewinnung von natürliche Rückhalterä

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