20. Juni 2019

Kognitive Archetypenanalyse: Eine partizipative Bewertung des Zusammenhangs von Landnutzung und Ökosystemleistungen


von Leena Karrasch

Landschaften erbringen eine Vielzahl von Ökosystemleistungen, die je nach Interessenslage unterschiedlich genutzt werden. Oft werden Ökosystemleistungen in räumlichen Planungsprozessen außer Acht gelassen. Jedoch können Strategien zur Klimaanpassung, unter Berücksichtigung von ökosystembasierten Managementansätzen, durch Beteiligung von Stakeholdern und der Operationalisierung des Konzepts der Ökosystemdienstleistungen profitieren.

In unserer Studie nutzen wir die Archetypenanalyse, um herauszufinden, wie Entscheidungsträger aus verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren die Beziehungen zwischen Landnutzungselementen und Ökosystemleistungen wahrnehmen und bewerten. Archetypen werden im Kontext einer nachhaltigen Landbewirtschaftung häufig als wiederkehrende Muster von Landnutzungssystemen verstanden, die Umweltbedingungen mit Anforderungen der Gesellschaft verknüpfen. Die Archetypenanalyse stellt einen methodischen Ansatz dar, um solche wiederkehrenden Muster zusammen mit zugrundeliegenden Prozessen und Bedingungen zu verstehen und kann Entscheidungsträgern dabei helfen, ihre besondere Situation in einem breiten Kontext zu erkennen.

In unserer Studie definieren wir kognitive Archetypen als wiederkehrende Muster in der individuellen Wahrnehmung von sozial-ökologischer Beziehungen, die sich auf die Verhältnisse von Ökosystemleistungen zu Landnutzungselementen begründen. Auch wenn die Interessen, Wahrnehmungen und Bewertungen der befragten Entscheidungstr

Keine Kommentare

13. Juni 2019

Regulierende Ökosystemleistungen aus Bergwäldern – Einfluss von Klimawandel, Störungen und Bewirtschaftung


von Katharina Albrich

Bergwälder stellen eine Vielzahl an Ökosystemleistungen bereit. Sie schützen die Bewohner von Bergregionen vor Naturgefahren (Steinschlag, Lawinen, Erdrutsche,…) und sind eine wichtige Quelle von nachwachsenden Rohstoffen (Nutz- und Brennholz), sowie ein Ort für Erholung und Sport. Gleichzeitig speichern sie Kohlenstoff und wirken so dem Klimawandel entgegen.
Der Klimawandel und häufigere Störungsereignisse (z.B. Wind, Borkenkäfer) führen aber auch zu großer Unsicherheit in Bezug auf die zukünftige Bereitstellung von Ökosystemleistungen.

Abbildung 1: Die Studienlandschaft, das Stubaital in Tirol, Österreich. Die bewaldeten Flächen sind farbig gekennzeichnet und zeigen die Variation in der Kronenüberschirmung zu Beginn der Simulation. Quelle Fotoaufnahme: Matthias Frank CC BY-SA 4.0

In unserer Studie gingen wir der zukünftigen Entwicklung der Waldökosystemleistungen in einer bewaldeten Gebirgslandschaft (Stubaital, Österreich) auf den Grund. Wir untersuchten eine Reihe von regulierenden Ökosystemleistungen, die in Bergregionen von besonderer Wichtigkeit sind:

  • Klimaregulierung durch Kohlenstoffspeicherung (Indikator: gesamter gespeicherter Kohlenstoff)
  • Regulierung des Wasserkreislaufs, Dämpfung von Abflussspitzen (I

Keine Kommentare

6. Juni 2019

Wo und warum treten Landschaftskonflikte auf? Eine Analyse aus Sicht von Ökosystemleistungs-BündelWo und warum treten Landschaftskonflikte auf? Eine Analyse aus Sicht von Ökosystemleistungs-Bündel


von Brenda Zoderer

Landschaften verändern sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Insbesonderen in Berggebieten führt der derzeit stattfindende Landschaftswandel zu weitreichende Konsequenzen: Nicht nur ändert sich das Landschaftsbild, sondern auch die Bereitstellung von für Bewohner und Besucher von Berggebieten oft wichtigen Ökosystemleistungen. Als Folge dieser Veränderungen können Konflikte zwischen unterschiedlichen Nutzern der Landschaft und ihren Interessen auftreten. Um zukünftige Landschaftsveränderungen besser steuern zu können, ist es daher entscheidend, solche Konflikte früh zu erkennen, sie räumlich zu lokalisieren, sowie ihre mögliche Ursache besser zu verstehen.

In der vorliegenden Studie untersuchten wir unter Betrachtung von sogenannten Ökosystemleistungs-Bündel das Auftreten und die Ursache möglicher Konfliktpotenziale zwischen drei Interessengruppen (Landwirten, Bewohnern und Touristen) in unterschiedlichen Landschaften der Region Südtirol. Dabei haben wir uns angeschaut, welche Ökosystemleistungs-Bündeln von den drei Interessensgruppen in den Landschaften der Untersuchungsregion identifiziert werden (die Angebotsseite) und wie sich diese Bündel von jenen unterscheiden, die von den Interessensgruppen nachgefragt werden (die Nachfrageseite). Das Konzept der Ökosystemleistungs-Bündel, also das Erfassen von gemeinsam auftretenden Ökosystemleistungen sowohl auf Angebots- als auch Nachfrageseite, wurde dabei gewählt, um möglichst ein differenzier

Keine Kommentare

29. Mai 2019

Globale und regionale Flüsse von Ökosystemleistungen von und nach Bergregionen


von Uta Schirpke

Räumliche Beziehungen von Ökosystemleistungen sind sehr komplex und oft noch unzureichend verstanden. Häufig liegen Gebiete, die bestimmte Ökosystemleistungen erbringen, weit entfernt von denjenigen, die davon profitieren. Beispielsweise stellen Bergregionen in vielen Fällen wichtige Wasserversorger für Menschen dar, die in Großstädten im angrenzenden Tiefland leben, oder sie sind wichtige Erholungsgebiete für Menschen, die die Landschaft für Freizeitaktivitäten nutzen. Produkte aus der Landwirtschaft werden weltweit gehandelt und Treibhausgasemissionen sind von globaler Relevanz. Um von den Ökosystemleistungen zu profitieren, ist es daher erforderlich, den Transfer vom Versorgungsgebiet zum Nutzungsgebiet zu erleichtern, indem entweder Waren zu den Nutzern befördert werden oder indem die Menschen sich in das Gebiet begeben, in dem eine bestimmte Ökosystemleistung erbracht wird. Ein detailliertes Verständnis der verschiedenen Arten von Interaktionen ist von entscheidender Bedeutung, um den Transfer von Ökosystemleistungen nicht nur auf lokaler oder regionaler Ebene, sondern auch auf nationaler oder globaler Ebene angemessen zu beeinflussen und natürliche Ressourcen auf eine nachhaltige Art zu nutzen. In dieser Studie haben wir daher die räumlichen Flüsse auf regionaler und globaler Ebene von sechs wichtigen Ökosystemleistungen (Trinkwasser, Grünfutter, Schutz vor Naturgefahren, Kohlenstoffspeicherung, Erholung im Freien sowie symbolische Pflanzen und Tie

Keine Kommentare

20. Mai 2019

Nährstoffregulation in Norddeutschland


von Sabine Bicking

In unserer Studie haben wir das Ökosystemleistungspotenzial der Nährstoffregulation auf zwei räumlichen Skalen, nämlich für das Bundesland Schleswig-Holstein (regional) und für die Bornhöveder Seenkette (lokal) beurteilt. Die Bewertung wurde exemplarisch für den Nährstoff Stickstoff ausgeführt. Die Methodik wurde auf der Grundlage einer Ökosystemleistungsmatrix entwickelt. Diese Matrix erlaubt die Bewertung und Abbildung von Ökosystemleitungen (ÖSL) basierend auf verschiedenen räumlichen Einheiten und Typen der Landnutzung bzw. Landbedeckung.

Um das Potenzial der Nährstoffregulation genauer einschätzen zu können, wurde ein bayessches Netz (BBN) erstellt, das den ÖSL-Matrixansatz und weitere räumlich explizite Daten zu relevanten Umweltmerkmalen integriert (Abbildung 1). Das Hauptziel der Studie ist von methodischer Natur: Wir wollten die Anwendbarkeit des bayesschen Netzes als integrativen Ansatz für die Bewertung von ÖSL testen. Dabei lag das Hauptaugenmerkt auf der Kombination der ÖSL-Matrix mit zusätzlichen umweltrelevanten Datensätzen.

Abbildung 1: Aufbau des BBN. Farben kennzeichnen quantitativen (rot) und qualitativen (grün) Ansatz (CC BY 4.0).

Die Integration zusätzlicher Daten, die standortspezifische Merkmale wie Bodenart

Keine Kommentare