30. April 2018

Die Ansprüche an das Stadtgrün sind unterschiedlich


von Maraja Riechers

Kulturelle Ökosystemleistungen können vielfältig sein – und werden auch ebenso vielfältig wahrgenommen. Unsere grade veröffentliche Studie zeigt, dass alle unsere zehn gemessenen Kategorien kultureller Ökosystemleistungen hoch geschätzt werden. Am wichtigsten für die befragten Berliner (n = 558) ist der ästhetische Nutzen, folgend von der direkten, sinnlichen Naturerfahrung sowie religiösen und spirituellen Werten. Dass diese vielfältigen kulturellen Leistungen sich teilweise negativ beeinflussen, hat unsere Studie auch herausgefunden. Leistungen, die mehr in den sozialen Bereich fallen, in etwa wie soziale Beziehungen, können negativ mit den religiösen und spirituellen Werten zusammenhängen. Auch die Relevanz sozialer Aspekte wurde deutlich. Berliner aus unterschiedlichen sozialen Gruppen können unterschiedliche Ansprüche an das Stadtgrün haben. In einer Clusteranalyse haben wir unsere Befragten grob in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine Gruppe setzt sich zusammen aus älteren Personen, die in weniger dicht besiedelten Gebieten von Berlin wohnen. Personen aus dieser Gruppe schätzen besonders die direkte Naturerfahrung, etwa Bildung oder Inspiration. Im Gegensatz dazu gehören zur anderen Gruppe j

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16. April 2018

Schaffung von Transparenz in PES Projekten durch Soziale Netzwerkanalyse


von Barbara Schröter

Zahlungen für Ökosystemleistungen (oder kurz PES, als Kürzel des englischen Ausdrucks Payments for Ecosystem Services) sind Politikinstrumente, bzw. ökonomische Anreizinstrumente. „Landnutzer erhalten eine Zahlung, um die negativen Auswirkungen auf ÖSL zu vermindern oder durch ihr Handeln Ökosystemleistungen und Biodiversität zu erhalten oder wiederherzustellen (Matzdorf 2014).“ PES bieten somit Möglichkeiten, Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen, ökologische und gesellschaftliche Ziele zusammenzubringen und sowohl Ökosysteme zu schützen als auch soziale Bedingungen zu verbessern (beispielsweise durch finanziellen Zuverdienst). Allerdings werden sie oft als „von oben“, von Politik verordnet, empfunden, vorbei an der Realität, ungerecht im Prozess und in der Verteilung, und ohne die Beteiligung aller involvierten Interessensgruppen. Bei solch schlechtem Image wird auch die Umsetzung schwierig.

Was kann man also tun, um das Design von PES und ihre Umsetzung zu verbessern? Wie kann man die betroffenen Interessensgruppen beteiligen und mitnehmen? Wie können Strukturen transparent gemacht werden? Wie kann für Gerechtigkeit gesorgt werden?

Eine Kernaufgabe ist die Schaffung von Transparenz, indem man das soziale Netzwerk sichtbar macht, das hinter dem PES steht. Dazu wird eine Soziale Netzwerkanalyse durchgeführt, eine Methode, mit der Akteure und ihre Beziehungen (z.B. Geldflüsse oder die Weitergab

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9. April 2018

Symbolische Arten als kulturelle Ökosystemleistung in den Alpen


von Uta Schirpke

Pflanzen und Tiere sind auf vielfältige Weise mit der menschlichen Kultur verflochten und können soziale und politische Einstellungen als auch gesellschaftliche Werte darstellen. Sie tragen dazu bei, die Gefühle, Erfahrungen, Gedanken, Werte und kulturelle Identität zu prägen, was sich in Kunst, Literatur und Sprache, Mythologie und Religion, Musik, Politik und bei weltweiten Veranstaltungen widerspiegelt. Pflanzen und Tiere können von symbolischer Bedeutung für einen bestimmten Ort sein und aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen einen Teil der kulturellen Identität und Erbe auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene repräsentieren und sind für Menschen von anderen Orten erkennbar. Beispielsweise wird das Edelweiß stark mit den Alpen assoziiert (Abb. 1) und dazu genutzt, Reiseziele in den Alpen zu vermarkten. Es tritt auch in alpiner Folklore auf und Produkte oder Hotels sind nach dem Edelweiß benannt.

Abb. 1: Steinbock und Edelweiß sind wichtige Symbole der Alpen. Fotos: Uta Schirpke

Obwohl symbolische Werte als kulturelle Ökosystemleistung z.B. in CICES angeführt werden, gibt es bisher wenige Studien dazu. Wir haben daher am Beispiel der Alpen die räumliche Verteilung von ausgewählten symbolischen Arten berechnet und zu einem Index zusammenge

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26. März 2018

Wie Ökosystemleistungen über weite Distanzen fließen


von Matthias Schröter

Dass Ökosystemleistungen in einem Gebiet bereitgestellt, und in einem anderen genutzt werden, ist seit längerem bekannt und wird in verschiedenen Disziplinen erforscht. Wenig untersucht ist jedoch der Umfang, in dem einzelne Länder verschiedene Ökosystemleistungen entfernter Regionen nutzen. Informationen dazu könnten eine Bereicherung etwa von nationalen Assessments darstellen. Das Thema interregionale Flüsse von Ökosystemleistungen bekommt auch besondere Aufmerksamkeit in den jetzt erscheinenden Berichten des Weltrates für Biodiversität und Ökosystemleistungen (IPBES).

In der interdisziplinären Arbeitsgruppe sTeleBES, die vom Synthesezentrum sDiv des Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) gefördert wurde, haben wir uns dieses Themas angenommen und die ersten Resultate nun in einer Studie in der Zeitschrift Ecosystem Services (open access) publiziert.

In einem konzeptionellen Framework fassen wir zusammen, welche Elemente wichtig sind um den Prozess interregionaler Flüsse von Ökosystemleistungen besser zu verstehen. Dazu gehören Treiber und Effekte dieser Flüsse in den sendenden und den empfangenden Systemen. Wir unterscheiden dabei vier verschiedene Typen von Flüssen: 1) geh

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