8. Oktober 2018

Ein differenzierter Ansatz zur Bewertung der Bereitstellung urbaner Ökosystemleistungen


von Janina Kleemann

Urbane Ökosystemleistungen tragen zur Kompensation von negativen Effekten in Städten bei. Zum Beispiel filtern Bäume die Luft, was zu einer verbesserten Luftqualität führt. Wo aber werden verschiedene Ökosystemleistungen in Städten bereitgestellt? Sind sie gleichmäßig in einer Stadt verteilt? Die räumliche Erfassung von Ökosystemleistungen ist wichtig, um die derzeitige Bereitstellung von Ökosystemleistungen zu verbessern und die zukünftige Raumplanung danach auszurichten. Die Einschätzung von Landnutzungstypen ist dabei ein gutes Mittel, die Bereitstellung der Ökosystemleistungen zu bewerten. Jedoch sind Landnutzungstypen im städtischen Raum oft stark vom menschlichen Einfluss geprägt, was auch Einfluss auf die Bereitstellung der Ökosystemleistungen hat. Damit ist es wichtig, die Flächen nach dem Grad des menschlichen Einflusses (Hemerobie) zu differenzieren. Am Beispiel der Stadt Halle (Saale) haben wir einen differenzierten Bewertungsansatz verwendet, der den Katalog der Biotop- und Nutzungstypen des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, die Hemerobie und die Zugänglichkeit von Freiflächen nutzt. Als urbane Ökosystemleistungen wurden die globale und lokale Klimaregulierung, Luftreinhaltung, Wasserkreislaufregulierung, Nahrungsmittelproduktion (v.a. durch Agrarflächen und Gärten), Naturerfahrung und Freizeitaktivitäten untersucht. In Potenzialkarten (Abbildung 1) wurde ihre räumliche Verteilung in der Stadt Halle aufgezeigt.

Die Ergebnis

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10. September 2018

Unerreichbar nah – Barrieren in der Erreichbarkeit urbaner Grünflächen


von Dagmar Haase, Katharina Lampe und Manuel Wolff

Grünflächen in der Stadt sind wichtige, manchmal die einzigen Erholungsmöglichkeiten für Stadtbewohner, gerade an heißen Sommertagen, das hat uns der Sommer 2018 eindrucksvoll gezeigt. Die Erholungsleistungen von Parks oder Gärten zum Beispiel sind in erster Linie abhängig von deren Größe, dem Baumbestand und der Verschattung, der Diversität und dem Design aber eben auch von ihrer Zugänglichkeit. Ist der Park oder der Garten gut erreichbar für große Teile der Bevölkerung, zum Beispiel mit öffentlichen Verkehrsmitteln und in vertretbarer Zeit (etwa bis zu 30 Minuten)? Dieser Frage widmet sich schon eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Artikeln; es werden Distanzen ermittelt vom Wohnort zur Grünfläche als auch die Diversität des Grüns bewertet mit verschiedenen multikriteriellen Modellen.

Was eher selten betrachtet wird sind Barrieren des Zugangs zu Grünflächen, die an sich öffentlich und für jeden erreichbar sind. So weisen zum Beispiel die mit Pufferanalysen gerechneten als auch der Manhattan-Metrik folgenden Erreichbarkeitsmodelle eines Geographischen Informationssystems die Umgrenzung einer jeweiligen Grünfläche als „erreichbar“ aus, obwohl diese Umgrenzung tatsächlich nicht zugänglich ist bzw. eine Barriere darstellt wie etwa ein Zaun, ein Fluß oder Gebäudeverbände. Daher ist die Betrachtung von Barrieren in und auf öffentlichen Grünflächen ein ganz wichtiges und bisher wenig beachtetes Thema im Bereich der kulturellen und regulat

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8. August 2018

Informationsgehalt von globalen Ökosystemleistungs-Datenbanken und deren Eignung für Entscheidungsempfehlungen


von Stefan Schmidt

Konzepte bestimmen wie wir die Welt wahrnehmen und gestalten. Das Konzept der Ökosystemleistungen (ÖSL) ist ein integrativer Ansatz, der hilft die Zusammenhänge zwischen Natur und menschlichem Wohlergehen besser zu verstehen, mit dem Ziel nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Die Einbeziehung von ÖSL-Informationen in die Entscheidungsfindung (Mainstreaming) ist jedoch ein langfristiges Projekt und erfordert die erfolgreiche Überwindung einer Reihe von Hindernissen. Ein Hindernis für ein umfassendes Mainstreaming von ÖSL ist das Fehlen von Standards, die Terminologie, akzeptable Daten und Methoden sowie Erfordernisse für die Berichterstattung zum Austausch konsistenter Informationen über ÖSL definieren. Mit der wachsenden Popularität des ÖSL-Konzepts in einer Zeit wissensorientierter Sichtweisen und verstärkter globaler Vernetzung führte eine zunehmende Verbreitung von Terminologien, konzeptionellen Vorstellungen, Methoden und Datensätzen zu inkonsistenten Informationen und Verwirrung darüber, was Ansätze guter Praxis ausmacht. In den letzten Jahren wurden verschiedene Ansätze des Wissensmanagement entwickelt, um den Zugang zu ÖSL-Informationen zu erleichtern und Standardisierungsprozesse anzukurbeln. Einen Ansatz im Bereich Wissensmanagement stellen Datenbanken dar. In Datenbanken können große Mengen an Information von ÖSL-Studien oder Projekten i

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