28. Juni 2018

Nutzen eines breiten Netzwerks zur Entwicklung eines mehrstufigen Ansatzes zum Mapping von Ökosystemleistung 


von Bettina Weibel

Die EU Biodiversitätsstrategie verpflichtet die Mitgliedsstaaten zum Mapping von Ökosystemleistungen. Neben der MAES-Arbeitsgruppe unterstützt auch das ESMERALDA-Projekt als Koordinations- und Support-Aktion diese Anstrengungen. Es existiert eine Vielzahl von Methoden und Ansätzen zum Mapping von Ökosystemleistungen, je nach Situation müssen andere Aspekte berücksichtigt werden. Das erschwert jedoch die Wahl der Methodik und macht das Vorgehen intransparent und schwierig vergleichbar. Im Rahmen des ESMERALDA-Projekts wurde daher in einer Serie von Workshops ein dreistufiger Ansatz entwickelt (sog. «tiered approach»), der die Methoden grob gliedert in verschiedene Detailgrade (grob, mittel, hoch). Dies soll den Einstieg erleichtern, einen besseren Überblick bieten, Transparenz schaffen und die Kommunikation vereinfachen. Welche Stufe sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Ziel des Mappings. Wenn ein grober Überblick genügt, ist die erste Stufe («tier 1») sinnvoll. Hierzu zählen Methoden wie die look-up tables, die Ökosystemleistungen direkt aus Landnutzungskategorien ableiten. Wenn mehr Informationen benötigt werden aber kein Verständnis der gegenseitigen Beeinflussung von Umweltprozessen erforderlich ist, dann ist ein Ansatz der mittle

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7. Juni 2018

Warum eine gerechte Governance von Ökosystemleistungen Armutsbekämpfung priorisieren sollte


von Ina Lehmann

Verteilungsfragen sind regelmäßige Begleiterinnen der Governance von Ökosystemleistungen und ihre Lösung ist allzu häufig mit Zielkonflikten verbunden. So stehen Ökosystemleistungen, die vor allem zu Gunsten einer Stakeholdergruppe reguliert werden, anderen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Zum Beispiel mögen Fischfangquoten zwar langfristig dem globalen Gemeingut der Erhaltung der Biodiversität dienen, können aber lokale Küstenfischer vor akute Probleme bei der Sicherung ihres Lebensunterhalts stellen. Derartige Zielkonflikte sind im Kern Gerechtigkeitsprobleme: Sie fordern uns heraus, gute Gründe dafür anzugeben, warum die Interessen einer Stakeholdergruppe stärker berücksichtigt werden sollten als die einer anderen. In empirischen Analysen der sozioökonomischen Folgewirkungen der Governance von Ökosystemleistungen werden die zu Grunde liegenden Gerechtigkeitsfragen zumeist nur am Rande und nur recht unsystematisch abgehandelt. Dies ist bedauerlich, weil gerade diese Literatur häufig mit expliziten oder impliziten Politikempfehlungen einhergeht.

In einer jüngst publizierten Studie hoffen wir einen Beitrag zur systematischeren Diskussion von Gerechtigkeitsfragen zu leisten. Im Lichte der großen normativen Herausforderungen, vor die sich die Naturschutzcommunity angesichts globaler Armut gestellt sieht, konzentrieren wir uns dabei

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31. Mai 2018

Zeitliche Dynamiken von Ökosystemleistungen stärker berücksichtigen


von Anna-Lena Rau

Zeitliche Dynamiken von Ökosystemleistungen wurden in den letzten Jahren im Gegensatz zu den verschiedenen Methoden zur räumlichen Darstellung relativ selten in wissenschaftlichen Studien thematisiert. So führen nur ungefähr 3% der empirischen Studien, die sich explizit auf das Konzept der Ökosystemleistungen beziehen, Analysen zu zeitlichen Dynamiken durch.

Um in Zukunft die Berücksichtigung zeitlicher Dynamiken in der Forschung an Ökosystemleistungen zu vereinfachen, haben wir ein Konzept erarbeitet, das aus drei verschiedenen Arten von zeitlichen Dynamiken besteht. Da nicht nur die Bereitstellung, sondern auch die Nachfrage nach Ökosystemleistungen zeitlichen Dynamiken unterworfen ist, unterscheiden wir zudem zwischen der Bereitstellungs- und der Nachfrageperspektive. Dazu zeigen wir in unserer Studie Beispiele aus der Literatur verschiedene Ökosystemleistungen auf.

Wir unterscheiden zwischen linearen und nicht-linearen Dynamiken. Lineare Dynamiken können steigend (siehe Abb. 1), fallend oder auch auf einem gleichbleibendem Niveau verlaufen. Ein Beispiel hierfür ist der globale Anstieg der Menge des geernteten Getreides zwischen den 1960er und 1980er Jahren um fast 90%. Auch die Nachfrage nach dieser Ökosystemleistung ist gewachsen. So ist die Unterernährung weltweit von 1990 bis 2008 um 9% gestiegen. Die Gründe hierfür sind nicht nur die wachsende Bevölkerung, sondern auch die Veränderung hin zu einer eher fleischbasierten Ernährung, z.B. in China.

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17. Mai 2018

Wie lassen sich aus Baumkatasterdaten klimatische Regulationsleistungen ableiten?


von Tobias Scholz

Baumkataster stellen eine umfangreiche Datengrundlage zur Berechnung von klimatischen Regulationsleistungen dar. Nicht selten sind mehrere 10.000 Bäume in solchen Katasterwerken enthalten, die meist digital geführt werden und u.a. die Koordinaten der einzelnen Bäume enthalten. Die Kataster werden von Kommunen überwiegend aus versicherungstechnischen Gründen geführt, um mögliche Baumschäden zu erfassen und Baumpflegemaßnahmen und -kontrollen zu organisieren und nachzuhalten. Damit stellen sie ein wichtiges Werkzeug zur Umsetzung der kommunalen Verkehrssicherungspflicht dar. Gleichzeitig enthalten die Datenbanken viele Informationen zu den einzelnen Bäumen, wie z.B. die Baumhöhe, den Brusthöhendurchmesser, die Kronenweite und den Zustand der Krone. Diese Informationen können zur Ableitung von klimatischen Regulationsleistungen genutzt werden, welche anderweitig nur über aufwändige und teure Geländeerhebungen erfasst werden können.

Baumbestandene Straßen können im erhebliche Maße zur Klimaregulation in den Städten beitragen

In unserem aktuell erschienen Artikel (Scholz et al. 2018) haben wir mithilfe des Baumkatasters der Stadt Duisburg und der Modellierungssoftware i-Tree Eco klimatische Regulationsleistungen für 50.000 Stadtb

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